Wissenschaft trifft auf Menschen

2025/07/10

Stand:10.07.2025, 18:41 Uhr
Von: Nicole Kalenda

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Der Unternehmensverband Gräfelfing zu Besuch im Life Science Center (v.l.): der Verbandsvorsitzende Carsten Schmitz, Nicole Stadler (Aventin Real Estate GmbH), Thomas Meins (Crelux GmbH) und Volker Dittmeier (Aventin Real Estate GmbH). © Dagmar Rutt

Der Unternehmensverband Gräfelfing ist in die Welt der Arzneimittelforschung eingestiegen. Er besuchte jetzt eines seiner jüngsten Mitglieder, die Crelux GmbH. In Martinsried gegründet, zog das Unternehmen vor einem Jahr in das neue Gräfelfinger Life Science Center.

Ein Jahr nach der Inbetriebnahme öffnete das Gräfelfinger Life Science Center am Mittwoch seine Tür für Unternehmer und Gemeinderäte. Rund 50 Personen folgten der Einladung, ausgesprochen von Aventin Real Estate und Crelux GmbH. Das Treffen in dem Gebäude Am Haag 16 stand unter dem Motto „Where Science and People connect“, zu Deutsch: Wo Wissenschaft auf Menschen trifft.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Gräfelfinger Unternehmensverband. Eines der jüngsten Mitglieder dürfte die Crelux GmbH sein. 2005 im Martinsrieder Innovations- und Gründerzentrum (IZB) Biotechnologie gegründet, war sie im vergangenen Jahr als erster Mieter in das von Immobilienprojektentwickler Aventin Real Estate für 60 Millionen Euro errichtete Labor- und Bürogebäude in Gräfelfing umgezogen.

Crelux und die chinesische Muttergesellschaft WuXi AppTec belegen die obersten vier Stockwerke des Gebäudes mit insgesamt 9200 Quadratmetern Nutzfläche. 2016, so Thomas Meins, Geschäftsführer der Crelux GmbH, habe man 20 bis 25 Mitarbeiter gehabt. Inzwischen sei das Unternehmen auf 100 Mitarbeiter gewachsen. Die Räume im IZB seien im Laufe der Jahre zu klein geworden. „Es war Zeit, ein neues Zuhause zu finden.“ Das Life Science Center bezeichnete Meins als den „richtigen Standort, wo wir wachsen können“. Crelux habe seine Fläche fast vervierfacht.

Nach der Begrüßung im Foyer führten Meins und zwei seiner Wissenschaftler durch Büros und Labors. Seit dem Aufgehen in WuXi AppTec ist die Crelux GmbH Teil eines For㈠schungskomplexes mit welt㈠weit etwa 40 000 Mitarbeitern, davon allein 9000 Chemiker. „Wir begleiten Forschungsinstitutionen, Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bei der Entwicklung und Produktion von Medikamenten“, so Meins.

Im Auftrag der Kunden übernimmt Crelux frühe Forschung. „Die Dinge, an denen wir heute mitarbeiten, werden vielleicht in 15 Jahren Patienten helfen.“ Gearbeitet wird hauptsächlich auf der Basis von chemischen Molekülen. Moleküle, die zu bekämpfen sind, werden hergestellt, um daran zu testen. Meins: „Wir synthetisieren Tausende von Molekülen, bis eins gefunden ist, das einigermaßen passt.“

Eine der Methoden, die Crelux anwendet, ist die Röntgenkristallografie, mit der der Aufbau eines Kristallgitters bestimmt wird. In einem empirischen Prozess werden Proteine, die die Crelux-Abteilung im vierten Stockwerk eigens herstellt, zum Kristallisieren gebracht. Wird der Kristall einem Röntgenstrahl ausgesetzt, entsteht ein Beugungsbild, das heißt, der Strahl beugt sich an den Ebenen des Kristalls. Schließlich sind die Atome des Proteins zu sehen und wie das Zielmolekül des Kunden, also das, was das Medikament wirksam machen soll, andockt. Daraus lassen sich Wirksamkeit oder mögliche Verbesserungen ableiten.

Das Interesse der Gräfelfinger Unternehmer und Gemeinderäte war enorm, die Fragen waren vielfältig. Juliane von Meding von der Apotheken-Lernplattform Azerta gratulierte Crelux-Geschäftsführer Meins: „Was Sie hier aufgebaut haben, ist wirklich enorm.“

Die Aventin Real Estate GmbH hat das Gräfelfinger Life Science Center innerhalb von zwei Jahren errichtet. Mittlerweile ist der Immobilienprojektentwickler auch im Planegger Ortsteil Martinsried tätig, einem der europaweit wichtigsten Biotechnologie-Zentren. In der Fraunhoferstraße 16 entsteht ein zweites, etwas kleineres Life Science Center. Die Baugrube ist ausgehoben. „Wir hoffen, dass wir im Herbst mit dem Rohbau beginnen können“, erklärte Geschäftsführer Volker Dittmeier. Mit einem ersten potenziellen Mieter liefen bereits Gespräche.

Redaktion Unser Würmtal / sj

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